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13.04. Sportliche Royals

Königlicher Nervenkitzel, Rugby und Rotwein
WELLINGTON. Der Triumphzug des britischen Thronfolgerpaars William und Kate durch Neuseeland war am Wochenende geprägt von sportlichen Zwischenspielen, dem heißersehnten Auftritt der modebewussten Herzogin von Cambridge in einem einheimischen Designer-Kleid, einer hintergründigen deutschen Note und einem Wunder: In Queenstown, dem St. Moritz der südlichen Hemisphäre, strahlte gestern die Sonne vom postkartenblauen Himmel, nachdem die Royals in den ersten sechs Tagen ihres Staatsbesuchs am anderen Ende der Welt englisches Schmuddelwetter geradezu angezogen hatten. Egal, wo sie auftauchten, zogen graue Wolken auf und meistens fing es auch noch zu regnen an. 

Auch in Neuseeland – südöstlich der Stadt Hamilton auf der Nordinsel - gibt es ein Cambridge, es ist die Stadt der Bäume und der Champions, weil es das Zentrum der Vollblutzucht im Lande ist und sich ganz in der Nähe, auf dem Lake Karapiro, das nationale Leistungszentrum der erfolgsverwöhnten Ruderer befindet. Und am Samstag eröffnete Prinz William mit einem lauten Knall aus einer Startpistole das Avantidrome, eine nagelneue Radrennbahn. 

Die königlichen Hoheiten mussten nicht mit leeren Händen gehen. Als Geschenk erhielten sie ein Minifahrrad für ihren achteinhalb Monate alten Sohn, Prinz George, der seit seinem ersten und einzigen öffentlichen Auftritt am vergangenen Mittwoch von seinem spanischen Kindermädchen abseits des Rampenlichts betreut wird.

In Zehnerreihen hatten sich die fahnenschwenkenden Menschen an der Hauptstraße in Cambridge gedrängt, um dem Herzogspaar von Cambridge in England zuzuwinken. In Dunedin an der Südostküste der Südinsel strömten 9000 Leute ins überdachte Rugby-Stadion, in dem William und Kate – unterstützt von All-Blacks-Kapitän Richie McCaw - zwei Nachwuchs-Teams von Sieben- und Achtjährigen betreuten. 

Williams Mannschaft gewann; es war die Revanche für die 0:2-Niederlage im vorangegangenen Segelduell der America’s-Cup-Yachten in Auckland, wo Kate mit Team-New-Zealand-Skipper Dean Barker an Bord im Vorteil gewesen war. In Queenstown, wo 1000 Schaulustige die Landstraße säumten, saß das königliche Paar bei der rasenden Jetboot-Fahrt durch das enge Canyon des Shotover Rivers einträchtig nebeneinander, es war kein Wettrennen, sondern „nur“ Nervenkitzel unter überhängenden Felswänden und mit Pirouetten auf den breiteren Passagen des Gebirgsflusses.

Angesichts der vielen Kleiderwechsel von elegant über sportlich-seemännisch bis wasserfest-untergangsresistent (Anorak und Schwimmweste) adelte Kate letztlich auch eine neuseeländische Modeschöpferin, indem sie zum Palmsonntagsgottesdienst in der St.-Pauls-Kirche in Dunedin ein aquamarinblaues Faltenrockkleid von Emilia Wickstead trug, ergänzt durch eine Kopfbedeckung ihrer Haus- und Hof-Hutmacherin Jane Taylor.

Auch ein Deutscher schaffte es in die üppige Berichterstattung über die Aktivitäten der Royals: Dirk Stark, dem Chefkoch des Feinschmecker-Restaurants der Amisfield-Winzerei in der Nähe von Queenstown, wurde die Ehre zuteil, mit seinem Team das Mittagessen für die Rovals zuzubereiten. Stark wuchs in Aue in Sachsen auf, ehe er nach der Wende in die Welt hinauszog. Mit einem Freund reiste er durch Neuseeland, und als ihm in Queenstown das Geld ausging, suchte er sich einen Job. 

Seit sieben Jahren kocht er nun schon für Amisfield, wo die größte Interesse allerdings nicht der Menüfolge galt, sondern ob Kate die Weine der Region Central Otago verkosten würde. Im Gouverneurspalast in Wellington war sie nämlich dabei beobachtet worden, wie sie lediglich Wasser trank. So lautete die große Frage, ob vielleicht schon ein Geschwisterchen für Klein-George unterwegs ist. William hatte die Spekulationen genährt, als er ganz allgemein über Familienzuwachs plauderte. Pech für die aufgedrehten britischen Medien: Gestern nippte Kate an einem Glas Rotwein. Mehrmals.



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